Azoren

Schwarz-Blau

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Mittlerweile stehen wir mit unserer Magellan nicht mehr auf der Insel Faial sondern auf der Nachbarinsel Pico. Auch die ADA REBIKOFF ist zur Zeit hier im Hafen von Lajes auf der Insel Pico stationiert. Von hier aus machen wir die nächsten Tiefseetauchgänge, da der Wind und auch der Seegang wegen der Abdeckung der Insel Pico viel geringer ist als die See vor Faial. Also haben wir auch unser Schiff hier im Hafen stationiert um unser zu Hause in der Nähe zu haben und uns einen Rückzugsort zu ermöglichen. Dazu kommt, das Pico für meinen Geschmack die schönere Insel ist. Nicht nur weil es hier weniger Menschen sprich Touristen hat, nein viel mehr ist es die ruhige Atmosphäre und die schöne Natur die mich beeindruckt. Gleich bleibt jedoch die grosse Anzahl der Gelbschnabelsturmtaucher, die genau gleich wie in Faial ab 22.15 Uhr ihre Runden drehen und ihr lautes Aua-Aua-Aua Geschrei starten. Die Azoren gehören zu Portugal und der Vulkan Pico der die gleichnamige Insel Pico schmückt ist mit seinen 2351 Metern der höchste Berg in ganz Portugal. Den zu besteigen dauert anscheinend knappe 4 Stunden und ist nur mit sehr gutem Schuhwerk und anscheinend guter Kondition zu bewältigen. Gutes Schuhwerk haben wir mit dabei, was unsere Kondition angeht…keine Ahnung. Tom möchte ihn besteigen, ich hingegen habe nicht unbedingt das Bedürfnis danach. Zudem gehört viel Glück mit dazu wenn man eine gute Weitsicht vom Pico oben herab haben möchte. Denn der Vulkan ist minimum zwei mal am Tag von einer grossen Wolkendecke umgeben, so dass man nur zeitweise eine Freisicht hat. Um dies zu erkennen muss ich nicht erst hinauf, denn schon von unten kann man das erkennen. Der Vulkan Pico ist auch von den Nachbarinseln Faial und San Jorge aus zu sichten, wenn er dann nicht in ein weisses Wolkenkleid gehüllt ist. Das Bild des Vulkans also wechselt sich täglich einige male, da immer wieder Wolken heranziehen und wenig später wieder weg sind. Es gibt jedoch auch Tage an denen die gesamte Bergspitze nicht zu sehen ist. Feucht und windig muss es dort oben sein und im Winter kommt es sogar vor das die Spitze mit Schnee bedeckt ist. Zudem nehme ich zu Hause auch lieber einen Lift um eine Bergspitze zu erreichen, besonders im Winter mit den Skiern an den Füssen. Da kommt es mir auch nicht in den Sinn einen Berg zu Fuss zu besteigen. Also muss der Pico noch warten, denn ich kann mich für das Abenteuer des Besteigens dieses Vulkans nicht so recht begeistern. Was vielleicht auch damit zu tun hat dass ich schon mit diversen Leuten gesprochen habe die den Aufstieg wagten, es jedoch nicht alle bis oben hin geschafft haben. Also lasse ich mir noch etwas Zeit, zudem diverse andere Sehenswürdigkeiten hier auf der Insel auf uns warten und ich mich lieber der grünen Natur widme als dem schwarzen steinigen Vulkan Pico.

Schwarzer Lavasten so weit das Auge reicht…
…mit Höhlensystemen da kommen wir zum staunen nicht heraus…
…Meter tiefe Schluchten und wir sind nicht einmal auf dem Pico!!!

So machen wir also die ersten Ausflüge auf den Azoren nicht gleich hoch hinaus, sondern sehen uns andere Ecken der Insel an. Zudem ist auch die Insel Pico eine alte traditionelle Walfang Insel. Und da sprechen wir vom fangen der Pottwale, welche die zweitgrösste Art der Wale sind. 

Leuchtturm am östlichsten Teil der Insel, umgeben von schwarzen Lava.

Vulkangestein ist sehr nährstoffhaltig und zusammen mit der Feuchtigkeit in der Luft wachsen hier Blumen wie Unkraut. So stehen hunderte von blauen Hortensien, orangen Mombretien, gelbe Nachtschatten Lilien und diverse andere schöne Blumen einfach so am Strassenrand. Eine Augenweide für Blumenliebhaber so wie ich. Denn ich komme aus dem Staunen nicht heraus.

Schwarzer Lavasterin und blaue Hortensien so weit das Auge reicht…
…ich kann es nicht lassen und pflücke ich mir einen Strauss!!!

Zudem haben die Menschen hier schon vor hunderten von Jahren die Lavasteine zum bauen von Häusern gebraucht. Dieses Gestein ist wärmespeichernd für die Winterzeiten zudem auch kälteisolierend für am Sommer. Tausende von Steinen wurden aufgestapelt um diverse Gärten oder Felder einzuzäunen. So unterstehen heute die terrassenförmig angegliederten Weinberge welche von weitem wie grosse Mosaike erscheinen dem Unesco Welterbe und sind dadurch geschützt. Über Jahrhunderte stand die Insel Pico in starker wirtschaftlicher Abhängigkeit von der Nachbarinsel Faial. Selbst der mühsam angebaute Wein welcher den Namen Verdelho trägt wurde als Faial-Wein bis an den russischen Zarenhof verkauft. Doch haben wir uns sagen lassen dass der Pico-Wein nicht wirklich gut schmeckt. Versucht haben wir ihn jedoch nicht, denn Tom schmeckt das portugiesische Bier Super Bock ganz ausgezeichnet und meine Coca Cola die ich unterwegs trinke schmeckt eben wie Coca Cola!!!