Vor der Reise

Noch zu Hause………….in den letzten Vorbereitungen

………und mit den Nerven schon fast am Ende???

In drei Wochen ist es endlich so weit. ……

………in drei Wochen kann es los gehen.

Die Magellan kommt auf den Tieflader und ab geht es nach Italien. Adria wir kommen!!!!

Die Papiere alles ist Vorhanden. Der Monatelange Papierkrieg mit Ämtern in Zürich, Basel, Bern hat sich gelohnt. Und war kostspielig.

Der Transport ist o.k. die Strassenbewilligungen sind teilweise noch in Bearbeitung (italienische Bürokratie). Für Italien ist es anscheinend schwierig LKW-Strassen—Bewilligungen, mit Überbreite, unsere schlanke Magellan hat tatsächlich mit ihren wenigen 2.85m Breite, Überbreite auf Italien’s Strassen, zu bekommen. Doch es läuft.

Unsere Baustelle in Binz, wo die letzten drei Jahre unser zweites zu hause war wird soeben aufgeräumt und aussortiert. Wir sind dabei auszumisten was wir „leider“ nicht  mehr brauchen können. Was wir nicht mehr verarbeiten können. Alles was nich mit soll. Auch alles was nicht mit kann (Platzmangel). Die Dinge verkauft die noch zu gebrauchen sind und vieles verschenkt was einen guten Platz bekommt und verdient hat. Etliches Baumaterial, Tom könnte fast noch ein Schiff bauen. O.k. vielleicht nur ein kleines, jedoch teures gutes Material. Teakholz, Mahagoniholz, Chromstahl A4 „Röhrli und Plättli“ diverse chromstahl- Schäkel,  Karabiner, Haken echt. Ja sogar unsere Baustellen Scheinwerfer, drei Stück. Alles muss weg.

Unser Radio der uns so gute Dienste geleistet hat, auch als wir noch auf dem Zürichsee segelten, er war stets unser treuer Musikbegleiter, auch der muss Weg. Schrauben für Holz Metall und allerlei…….müssen weg, so wie Muttern, Unterlagsscheiben in allen Dimensionen und Grössen. Alles für sanitär wie auch im elektronischen Bereich kann weg. Ich könnte noch etliches aufzählen, denn so quasi alles was Übrig geblieben ist, muss weg. Es grenzt schon fast an eine logistische Höchstleitung und dabei den Überblick noch zu behalten. Das ist manchmal fast unmöglich.

Diverse Leute aufbieten die abholen, abkaufen, auslesen, mitnehmen. Alles eine Frage der Planung. Ja super, hab gerade noch einen Job 80%, löse eine Wohnung mit Bastelraum auf, trenne mich von etlichen persönlichen Sachen, die keinen Platz auf meinem Schiff, oder in meinem Estrichabteil in Grüningen haben. Alles „nur“ materielle Sachen und doch ist es ein ganz besonderes Gefühl wenn ich mich bei allem entscheiden muss welch Stellenwert dies und das in meinem Leben hat oder hatte. Kann, soll, muss es weg oder eben nicht. Dem Tom geht es in der Hinsicht kein bisschen besser. ER, der sich heute in der Schweiz abgemeldet hat, muss sich noch von viel mehr trennen als ich. Echt schwierige Momente, hatte ich mir so nicht vorstellen können. Einige Entscheidungen werden von mir wie auch vom Tom immer vor uns her geschoben.

Wir sind müde. Wir mussten in den letzten drei Jahren immer wieder so viele klare Entscheidungen treffen über Umbau, Finanzen und vieles mehr. Wir sind müde und ausgelaugt.

Es wird endlich Zeit das die Zeit kommt……..

………..und sie kommt……

Doch eben geht es noch ganze drei Wochen. Und eigentlich mag ich fast nicht mehr. Ich bin physisch und auch psychisch total auf „dünnem Eis“ unterwegs. Spüre eine totale Übermüdung in meinem Körper und bin Kraftlos.

Auch „mein“ Käpten der Tom ist total am Anschlag. War doch viel die letzten Jahre. Viel Arbeit am Schiff. Viel Arbeit beim Job und viel immer wieder neu aufgebaute Energie, schier endlos.

Momentan kommen wir uns immer wieder in die Quere und „zicken“ uns wegen belanglosen Kleinlichkeiten. Die Ansichten, die Prioritäten, die Toleranzgrenze, der Respekt alles steht in einem anderen Licht in so einer Stresssituation.  Unglaublich, hätte ich nie gedacht, dass es uns so viel nerven kostet.

……mit den Nerven schon fast am Ende……

Der heutige Tag hat uns so viel abverlangt, und wir haben uns so nicht mehr vertragen……time out……und am Abend ein klärendes Gespräch. Hat funktioniert!!!

Morgen mit neuer Energie und Freude ans Werk.

Claudia