Vor der Reise

Mit 150 km/h zurück nach Küsnacht…

…dachte ich. 
Für mich heisst es noch mal zurück nach Küsnacht. Tom bleibt in Lignano bei der Magellan. Er hat doch noch einiges zu installieren und zu richten, zu Kalibrieren und auszuprobieren. Vielleicht hat er während meiner Abwesenheit sogar Zeit um mit dem Schiff die Marina zu verlassen. Auf der Wasserstrasse, die grosse Lagune raus „Motoren“, und auf das offene Meer. Ja warum nicht noch die Segel setzten. 
Doch im Moment ist unser Schiff eher eine grosse Werkstatt. Alles was gerade und/oder vielleicht erst bald gebraucht wird ist Griffbereit. Schon wieder ein ähnliches Bild wie in Binz noch vor ein paar Tagen.
Und natürlich ist gerade in keinem Moment daran zu denken auch nur wenig „Schräglage“ in das Schiff zu bringen. Es währe eine mittlere Katastrophe, denn das schwere Werkzeug verletzt mir mein schönes Holz im Schiff, wenn es quer durch die Koje fliegt. Also, solange nicht „klar Schiff“ ist (alles bis auf das letzte gut verstaut und gesichert) geht mit der Magellan auch Käpten Tom nicht segeln.

   

Und ich also mach mich auf den „Heimweg“ Richtung Küsnacht. Im Moment ist es mehr ein Heim fahren müssen. Zu gerne würde ich hier bleiben, denn auch für mich gäbe es einige Arbeit zu erledigen bevor unser Trip auf der Adria los geht. Muss nun warten. Mein Arbeitsvertrag über 80% geht noch bis zum 31. Mai 2017. Und auf dem Friedhof in Zollikon steht gerade die „Pflanzerei“ auf dem Program. das heisst Frühjahrspflanzen raus, Sommerflor rein plus/minus 50’000 Pflanzen. Wunderschöne und strenge Arbeit. Rückenschmerzen auf Garantie und die Verordnung für in die Physiotherapie liegt schon bereit in Küsnacht.
Also abfahrt in die Schweiz. Zurück in den Alltag und in mein Berufsleben. Zurück zu Jessica meiner Tochter und zu meinen Freunden. 
Obwohl Tom mir soeben vermittelt hat, ich soll mein altes Zuhause noch mal geniessen. In Zukunft ist die Magellan mein Zuhause und die Fische meine Freunde. Mit diesen Worten von Tom und einem Lachen zwischen meinen Backen fuhr ich also los von Lignano zurück nach Küsnacht.
Abfahrt: 17.00 Uhr, für die ersten 11 km hab ich 35 min gebraucht…Stau! Abendverkehr, besser gesagt Feierabendverkehr. Und während ich im stau steh beginnt es wieder zu regnen. Das ist doch nicht normal, mein Auto ist noch nass von der Hinfahrt. Konnte noch nicht ganz austrocknen, so nass wahr der Innenraum von dem vielen Regen. Und jetzt schon wieder.
…bis Venedig viel Verkehr und viel Regen…konnte höchstens 110 km/h fahren. Zum Glück gute Musik mit dabei. 
Ab Venedig ging es endlich zügig voran. Mein Tacho brachte 140/150 km/h und ein gutes Gefühl, wider zurück nach Küsnacht zu kommen kam von Kilometer zu Kilometer mehr. 
Ich wusste ja, das ich noch ein mal nach Hause fahre. Also war die Vorfreude doch wieder heftig da. Wie mich auch noch etliche Aufgaben erwarten. Muss noch die Wohnung putzen und fertig ausräumen ect. Darf mich nicht auf andere Sachen konzentrierten…Küsnacht war das Ziel.
Die Autobahn von Venedig Richtung Mailand ist einwandfrei. Die Italiener fahren meist auf der linken Spur…eben die anderen gehören den LKW’s. Auch wenn nicht mehr viele dieser grossen „Bullys“ unterwegs sind um diese Zeit, egal die Italiener fahren Linke Spur. Will überholt werden dann ist drängeln angesagt bis die Linke Spur frei wird. Für mich ist es die einfachere Lösung, mich an einen „Drängler“ ran zuhängen. Bin es mir auf Schweizer Strassen nicht gewohnt alle weg drängen zu müssen. Die Taktik ran hängen und dran bleiben hat sich bis nach Mailand bewährt.
Von Mailand war ich im nu in Chiasso an der Grenze also schon in der Schweiz. Dann in Goldrerio/TI (erste Tankstelle nach der Grenze) der dringende WC- und Tankstop. Habe mit diesem Tempo mal schnell meinen Tank leer gefahren. Benzin nachfüllen war also nötig. 
Kein Verkehr durch den Gotthard, wie selten, dann Axenstrasse… noch paar weitere Kurven auch etliche Kilometer. Und schon erstrahlten mir die Lichter der Häuser und der Strassenlaternen, schimmernd vom Zürichsee entgegen. Wunderbar, ich liebe diese Stimmung in der Nacht am See entlang zu fahren. Von Rapperswil nach Küsnacht, das habe ich dutzende male gefahren und mag es in jeder Jahreszeit.
Die Uhr meint 23.10 Uhr. Ich bin in Küsnacht, wo ich mit einem Spaghettiessen empfangen werde. Danke Dani!
Die Reise war lange und durch den vielen Regen zusätzlich anstrengend. 

Lieg im Bett und denk noch mal an die Magellan, wie sie in der Marina an ihrem Platz steht.
Hab ein wunderbares Gefühl mit dabei und bin total happy und müde…