Vor der Reise

Endlich geht es Richtung Wasser

Heute Morgen war die Welt total in Ordnung. 
Tom und ich haben so herrlich geschlafen in Bibbione in der Casa Volton. Endlich mal wieder eine Nacht mit Schlafen und Erholung. Bin gestern Abend mit einer Bettflasche ins Bett. Es war so eisig kalt. Im B&B bei Monica waren wir die ersten Gäste der Saison. Deshalb war noch alles ein bisschen im „Winterschlaf“. Durch den Kälteeinbruch und den vielen Regen in den letzten zwei Tagen hat sich die Temperatur noch stark nach unten „verschoben“. Auch in Norditalien sind die Nächte um diese Jahreszeit extrem kalt. Also gibts für ins Bett eine Bettflasche, weil Heizen ist anscheinend nicht mehr angesagt.
Die haben recht die Italiener.
Und weil es sowieso sehr Romantisch ist hier bei Monica, passt die Bettflasche gerade perfekt ins Ambiente.

Nach dem absolut wunderbaren, erholsamen Schlaf war das Frühstück mit genau so viel Liebe Vorbereitet und stielvoll hergerichtet. Selbst gemachtes Brot, so wie selbst gemachte Gonfitüre und Jogurt. Käse, Eier, Salami, Honig alles vom Feinsten. Ich merke doch langsam, das ich einige Dinge wieder anfange zu geniessen. Bin nicht mehr so auf Nadeln und im total Stress. Habe das Gefühl mein „Herzrytmus“ beginnt langsam seinen „normalrytmus“ herzurichten. Der Druck im Brustbereich nimmt ab. Die Bauchgegend fühlt sich wesentlich leichter an.
Dabei steht die Magellan noch immer auf dem Tieflader.
Der Regen hat sich anscheinend die ganze Nacht hindurch gezogen. so sieht auf jeden Fall die Umgebung, unser Schiff und auch mein Auto aus, welches unter einer Linde die Nacht verbrachte. Mein Auto sieht aus wie eine Linde unser Schiff genau so. Voll mit Blätter, anscheinend muss es auch gewaltig gewindet, nicht nur geregnet haben.
Egal, unsere Reise geht nun weiter Richtung Lagune wo sich unsere Marina befindet.
Freue mich riesig und schon wieder steigt die Spannung. Eugenio startet den Motor, schönes Geräusch, weiter geht es.
He Magellan, endlich geht es Richtung Wasser. Die letzten 5 Km und wir stehen vor der Marina…dachte ich…

        

…denn die wissen was sie tun!!!
Es ging „ruck zuck“ und die Magellan hing am Hafenkran und noch „ruck zuckiger“ und sie schwamm im Wasser. Die Jungs in der Marina sowie auch Eugenio’s Team kennen ihren Job und wissen was zu tun ist. Kaum war das Schiff im Wasser mussten wir uns nun, nach zwei Tagen mit Eugenios’s Team verabschieden. Schade, hab mich gut an die Jungs gewöhnt, und diese Tessiner Mentalität tut uns schon gut. Die sind einfach nicht so gestresst unterwegs. Nach einer grossen Umarmung und einem fetten Dankeschön, brummte zum letzten mal der Motor „meines“ Tiefladers und weg fährt er.
Nun sind wir so da. Tom, Magellan und ich in der Marina Punta Gabbiani.
Schiff im Wasser und fest mit Arbeit beschäftigt damit der Mast gestellt werden kann. Um 15.00

Uhr wird der Takelkran bedient und unser Mast gestellt. Heisst für uns, alles gut Vorbereiten damit nichts unvorhergesehenes passieren kann während des aufrichten des Mastes. 
Genau solche Aufgaben machen den Tom aus. Natürlich hat er alles so zusammen gebaut, dass das stellen kein Problem war. Ober- und Unterwannten, Achter- und Vorstag gut verschraubt Antenne, Windmessanzeiger ect. alles auf dem Mast. Passt. Auch dies war gute Arbeit. Seit wir in Binz losgefahren sind machen wir gute Arbeit. dass macht doch Freude.
Wenn ich Richtung Norden in den Himmel schaue, kommen ganz besonders schwarze Wolken. Das heisst, so rasch wie möglich das ganze Werkzeug, welches wir zum Maststellen benötigten ab ins Schiff. Zusätzlich unsere Spreyhood hervor suchen im „überfüllten“ Schiff und aufspannen. Damit wenigstens der Eingang und der Niedergang ins Schiff trocken bleiben. Unser „neues zu Hause“ muss ja wohl nicht schon im zweiten Moment nass werden. Damit meine ich im Schiff drinn!!!
Spreyhood gefunden und aufgespannt und schon regnet es das nächste mal wie aus Kübeln. Tom und ich suchen Unterschlupf im Schiff. Leider sind da noch so viele Sachen, die liegen mitten im Schiff, so das wir kaum die Möglichkeit haben uns zu drehen. Zum Glück sind wir total gut drauf, keine Pannen, kein Stress, nur noch etwas Zeitdruck. Zeitdruck weil wir (Schweizer) es einfach gewohnt sind zu wissen wie späht es ist und wie schnell die Uhr tickt. Genau an diesem Zeitdruck müssen wir ganz fest arbeiten. Denn der ist nun überflüssig und muss beiseite geschaffen werden.
Nach 30 Minuten intensivregen kam die Sonne zurück…
…und der Regenbogen mit dem Tor der Zukunft.

    

Um 17.00 Uhr haben wir dann unseren Hafenplatz Nr. 240 belegt. Wirklich ein ganz tolles Feeling, nach dreieinhalb Jahren, das tuckern unseres Volvo Penta Motores zu hören.
Fühlt sich an wie Ferien…tut gut.