Dominikanische Republik

Ein grosses hin und her!

Seit einer halben Stunde schon versuchen wir per Funk die Marina Chavon von Casa de Campo aufzurufen. Doch keiner meldet sich zurück. Also beschliessen wir einfach einzulaufen. Segel herunter, Motor starten und ab in die Marina. Schon von aussen sahen wir unzählige Hochsee Fischerboote stehen. Der Anblick beim einfahren in die Marina übertraf jedoch jede Erwartung.

….beim einfahren in die Marina…

Die Sportfischer-Saison hat begonnen. Nicht nur dass. In drei Wochen findet hier ein grosses Wettfischen statt. Die Fischerboote welche hier in der Marina Chavon befestigt sind glänzen um die Wette. So macht es auf uns den Anschein. Eines grösser und mächtiger als sein Nachbar. Zusätzlich steht eine Yacht mit Helikopter im Hafen und eine Superyacht vor dem Hafen welche vor Anker liegt. 
Doch was wir brauchen ist eine Anlegestelle um einklarieren zu können. Oder am besten gerade einen Platz um die Magellan zu befestigen, um uns einige Tage hier niederlassen zu können.

…Schiff mit Helikopter…
…und die Fischerboote.

Nachdem wir jedoch die gesamte Marina abgefahren sind, Steganlage für Steganlage Ausschau gehalten haben ob wir vielleicht einen Mariniero oder des gleichen entdecken. Beim vorbeifahren sogar andere Leute auf ihren Fischerbooten danach gefragt haben. Es hat wirklich keinen interessiert das wir seit 30 Minuten im Hafen nach einer Anlegemöglichkeit Ausschau halten. Unsere kleine Magellan die sich offensichtlich unwohl fühlt neben all den modernen Plastikboliden. Bis wir uns frech entscheiden einfach einmal einen Bootsplatz anzufahren und unser Schiff zu befestigen. Wenn irgend etwas nicht gut ist kommen die dann schon. Natürlich haben wir uns einen Platz ohne stationäre Festmacher gesucht. Also wenn ein Platz so leer ausschaut dürfen wir den bestimmt für uns beanspruchen. Haben wir zumindest gedacht. 
Nach dem festmachen der Magellan nahmen wir sogleich unsere Papiere unter den Arm und los ging die Suche nach der Immigration und dem Zoll. Bevor wir jedoch das erledigen können müssen wir zur Capitaneria um denen zu sagen das wir nun mal hier sind. Auf Platz 21 stehen und nun das schriftliche erledigen müssen. Da wir ja noch nicht einklariert haben. Danach brauchen wir dringend etwas zu essen. Eine Dusche am besten warmes Wasser für mich und gleich danach ein paar Stunden schlaf. Und zwar noch bevor die Magellan gewaschen wird. Denn ich bin durch und durch kaputt. Der Boden unter meinen Füssen schwankt, die Sonne brennt vom Himmel und ich kann mich kaum noch bewegen. So klebrig fühle ich mich momentan. Doch erstens kommt es anders als wir dachten und zweitens können wir auf Platz 21 nicht stehen bleiben. Auch nicht um einzuklarieren! Und dass ist kein Witz. Wir müssen den Platz verlassen, können jedoch die Papiere beim Chef-Mariniero abgeben. Er werde schon mal unsere Unterlagen in der Immigration hinterlegen. Auf die Frage, welchen Platz wir denn belegen können kam die Antwort, keinen. Kein Witz, in dieser Marina hat es momentan dutzende frei Plätze, jedoch nicht für unsere Magellan. Bin jedoch zu müde um noch lange zu diskutieren. Füge mich meinem Schicksal und gehe zusammen mit Tom die Magellan umparkieren. Und etwa nicht an einen anderen Bootsplatz. Nein, die lassen uns tatsächlich in der Einfahrt von der Marina den Anker auf Grund setzen. Zum Glück müssen wir nicht noch unser Dingi unter dem Esstisch im Saloon rausholen und aufblasen, um an das Land zu gelangen. Nein, ein Mariniero welcher uns zu unserem Ankerplatz geleitete wartete auf den Käpten. Um ihn zurück zur Immigration, zum Custom zu geleiten. Kaum zu glauben diese Situation. Um Gottes Willen um alles in der Welt, wo Bitteschön sind wir denn hier gelandet. Wir stehen in mitten von grossen, Millionen schweren Schiffen. Der Glanz von so viel Reichtum in der Masse, übertrifft alles zuvor gesehene. Die Klänge rhythmischer Latino Musik übertönt die Marina Anlage. Nicht nur die Boote haben stattliche Grössen, auch die Musikboxen übertreffen in der Lautstärke einander immer wieder aufs neue. Sehen und gesehen werden. Chic sein und dies zeigen ist hier wohl das Motto. Und es reicht nicht das die Motoren gross und stark aufheulen. Jedes Schiff welches ein oder aus läuft markiert es mit noch überdimensional lauter Musik. Zeigt uns rasch, auch hier in der Dom. Rep. ist die Dezibel Grenze jedem selber überlassen. Mit dem grossen Unterschied die Boxen von den Super Booten scheppern nicht im selben Ausmass wie die Strassenboxen mit welchen wir in den südlichen Antilleninseln konfrontiert wurden. 
Tom ist also unterwegs auf dem „Festland“ in der Dominikanischen Republik während dessen ich vor Anker aus dem staunen kaum heraus komme.
Schon 1 Stunde später dafür um 200 US Dollar leichter, wird Tom zur Magellan zurück gefahren. Wahnsinn, 100 Us Dollar pro Person. Gültig für einen Aufenthalt in der Dominikanischen Republik für 30 Tage. Und weiterhin vor Anker bleiben können wir hier nur eine Nacht. Also Morgen Anker hoch und weiter fahren wird uns gesagt. Schon schade, sind wir hier doch ganz in der Nähe von Pablo’s Wohnort. Pablo ist Tom’s Vater. Er lebt schon seit Jahren hier in der Dom. Rep. Und den gilt es doch zu besuchen. Doch vorerst haben wir ein anderes Problem. Müde und hungrig, mittlerweile schon 16.00 Uhr stellen wir einen Topf Wasser auf den Herd. Es soll eine schnelle und nährhafte Pasta geben und dann eine ruhige Nacht. Doch kaum liegen die Spaghetti im Teller, kommt schon wieder ein Mariniero mit dem Dinghy angefahren. Wir sollen den Anker rauf ziehen und in die Marina kommen. Wir bekämen einen Platz. Zudem sei Tom’s Vater dort und er würde auf uns warten.
Die Spaghetti mussten warten und wir verholen unser Schiff erneut zurück in die Marina. Der Hunger wird allmählich unerträglich und meine Motivation durch die Übermüdung ist nahezu am Ende. Ich klebe nach wie vor am ganzen Körper und bräuchte jetzt, nach dem essen eine Dusche und mein Bett. 
Stattdessen stand Pablo mit Freunden da. Für mich galt es trotzdem zuerst esse ich nun die Spaghetti, welche seit 2 Stunden vom Feuer runter um kurz danach wieder weiter kochen zu können, an erster Priorität. Mir ist schon übel vor lauter Hunger. Ich habe mich also über das Essen her gemacht. Und Tom hat seinen Vater im Restaurant besucht. Natürlich bin ich nach dem Essen nicht unter die mir so gewünschte frische Dusche. Nein ich habe mich auch zu den anderen in’s Restaurant gesetzt und mich an einer kühlen Cola erfreut. Nach einigen lustigen Gesprächen mit Pablo, seinen Bekannten aus der Schweiz Ursi und Urs, dem hier her gehörenden Sundowner…habe ich dann mein Bett doch noch gefunden. Wohlverstanden musste ich das Duschen auf den nächsten Tag schieben. Meine Müdigkeit liess nichts mehr zu, ausser mein Kopf in mein Kissen legen und möglichst schnell einschlafen.