Dominikanische Republik

Die können uns mal ….!!!

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Sind ein weiteres mal, weg. Leinen los in dieser Marina wo wir ohne hin nicht hinein passen. Keine Ahnung haben die, so sieht es aus. Es ist eine ganz andere „Spezies“ Mensch. Wir und unsere 45 Jährige Dame Magellan passen wirklich nicht hier her. Zudem können wir uns einen so teuren Marina Platz gar nicht leisten. Darum haben wir nach drei Nächten Erholung die Leinen gelöst und sind in Casa de Campo abgehauen. Genau das ist das gute am Segelschiff. Ankerhoch, oder Leinen los und weiter geht es. Doch so gerne wie dieses mal lösten wir die Leinen nur selten. Unter dem Motto die können uns mal, und zwar kreuzweise!!! So sind wir um 17.00 Uhr aus der Marina heraus getuckert. Mit dem Wissen unsere Fahrt wird eine Nachtfahrt und unser Ziel ist die Marina Zar-Par in Boca Chica. Die wir in den Morgenstunden anlaufen werden. Da die zu segelnde Distanz nur 40 Seemeilen beträgt heisse es nicht zu schnell vorankommen. Die Einfahrt in Boca Chica wird uns auch durch ein Riff führen. Also ist es ratsam erst nach Tageseinbruch einzulaufen. Zudem wir ja die sonstigen Gegebenheiten nicht kennen. Die Umstände, das wir langsam durch die Nacht segeln, alles Richtung West, mit Wind Strömung und Welle zu unseren Gunsten wird es eine einfache Übung geben. Das Grosstuch setzten wir nicht, nur ein Stück Genua wird herausgezogen. So das unser Tempo auf keinen Fall zu hoch wird. Höchstens 4 Knoten über Grund wollen wir fahren. Und auch dies scheint uns etwas schnell. Es nützt uns nichts, wenn wir Morgens um 4.00 Uhr vor der Einfahrt stehen und uns die Zeit mit warten vertrödeln müssen. Dafür haben wir nun Zeit um zu fischen. Brot zu backen und den wunderbaren Sonnenuntergang zu geniessen.

Fotoshooting mit Sonnenuntergang…
…die schöne Abendstimmung begleitet uns und der Barracuda beisst…

Doch lange währt der Genuss nicht. Als wir uns gerade mit einem Fotoshooting auf dem Vordeck beschäftigen, rattert die Spule der Angelrute. Ein unaufhörliches Geräusch welches mich im nu ins Cockpit sausen lässt. Enttäuscht fällt mir sogleich auf, dass ist die Angelrute von Tom, welche einen Fisch am Haken hat. Dazu muss ich erwähnen…wir fahren manchmal mit zwei Ruten. Eine gehört dann dem Käpten und eine mir. Natürlich ziehen wir jeweils unterschiedliche Köder hinter uns her. Wenn ich mich lieber auf die kleineren dafür bunten Gummiköder entscheide, so hängt an Tom’s Rute eher ein doch grösseres Exemplar eines Wobblers. In der Hoffnung auch „noch“ grössere Fische zu fangen. Und genau so ein Exemplar, in den Massen besonders gross, schleppt Toms Hacken durch die karibische See. Mit dem Sonnenuntergang im Rücken versuche ich meine Rute möglichst schnell einzuholen. Nicht das sich Tom’s Fisch noch in meinem Köder oder meiner Angelschnur verheddert. Das immer wieder abartige reissen und ziehen des Fisches an dem Köder verheisst einen Grossen Fang. Tom drillt und ich freue mich schon auf ein leckeres Essen. Die Sonne hat sich verabschiedet und der Himmel verliert das schöne rot orange Ambiente. Ich stehe mit dem Gaff in der Hand da und warte bis Tom den Drill bis zum Schiff bringt. Um endlich den Kapitalfang sehen zu können. Unsere Gedanken die zu lauten Träumereien wurden, wen wir zu diesem Festessen alles einladen würden. Dass reicht für Pablo und seine ganze Familie mit. Unser Adrenalin der immer höher schoss, sich in allen Adern verteilte und endlich sahen wir seinen Kopf und seine Rückenflosse das erste mal aus dem Wasser schiessen. Unglaublich was Tom da an seinem Köder hängen hat. Ein weiteres Kampfgeschoss der Marke Barrakuda in gross!!!

Zwischen der Dominikanischen Republik und der kleinen Vorgelagerten Insel hindurch segelten wir in die Dunkelheit hinein. Der moderate, also angenehme Seegang verhalf uns nicht über die Enttäuschung hinweg, schon wieder einen Fisch nicht an Bord gekriegt zu haben. Unser verbrauch an Adrenalin war vergebens. Doch lassen wir dieses Thema sein. Statt dessen gab es Kartoffeln gebraten und Wienerli auch gebraten, dazu etwas Thommy Senf (die letzte Tube aus der Schweiz) und für mich mein geliebtes Heinz Ketchup (in Martinique gekauft). Damit das ganze nicht so trocken ist wie es sich anhört gibt es noch eine Gurke aufgeschnitten überstreut mit Schweizer Aromat! Vom Fisch träumen wir nur noch und bleiben sprachlos. Hatten wir die ganze Zeit das Glück beim fischen und gaffen auf unserer Seite. So will es jetzt einfach nicht mehr klappen. Andauernd verspielen wir unseren Fang und jedes mal die ähnlichen Fehler die uns unterlaufen beim gaffen des Fisches. Dabei ist es schon schwierig genug Stellen mit möglichst wenig Saragossa-Gras auszumachen. Dann beisst einer und wir verhauen’s. Oder vielleicht werden wir zu übermütig und die Köder sind einfach zu gross.
Fische muss es da jedoch einige geben. Wir hingegen verräumen unsere Ruten denn die Nacht ist dunkel und um uns herum einige Fischerboote. Fischerboote die wir mit blossem Auge nicht sehen. So klein sind die. Holzige Boote mit zwei Mann Besatzung ohne jedes Licht. Insulaner aus der Dominikanischen Republik die mit dem fangen von Fisch ihre gesamte Familie ernähren. Fischerboote die wir nur mit dem Radar ausfindig machen können. So heisst es also immer ein Auge auf dem Radar zu halten um womöglich Ausweichmanöver frühzeitig einleiten zu können. So geschah es dann auch, dass ich tatsächlich zwei mal den Kurs ändern musste um eine Kollision zu vermeiden. Also wird die Nacht nicht nur ein gemütliches vor sich hin segeln, ein achtsames aufpassen und wach sein ist gefragt. Zudem empfinde ich das segeln, in absoluter Dunkelheit, nur mit Radar als sehr gespenstisch. Zwei drei vier mal muss ich mich auf dem Bildschirm wirklich vergewissern ob da auch wirklich was ist. Nach jedem check via Bildschirm checke ich die Lage vom Cockpit aus in die dunkle Nacht. Um möglichst irgend wo, irgend wann, vor einer Kollision, das auf dem Radar erfasste Schiff zu finden. Radarpeilungen stehen dann an und immer wieder das erneute Absuchen. Das ausspähen in die dunkle Nacht. Ein hin und her. Da erscheint es mir doch einfacher wenn wir mit dem AIS Plotter arbeiten können. Kleine Fischerboote oder Sportboote haben jedoch kein AIS Sender an Bord. Also können wir sie nur via Radar ausfindig machen.
So vergeht eine weitere Nacht an Bord der Magellan und wir freuen uns auf die neue Marina in Boca Chica.

Klein Magellan hat einen neuen Marinaplatz in Boca Chica.