zurück in Spanien

Das Schmuckstück

45 Jahre ist sie unsere „alte“ Dame die Magellan. 1973 ist sie in der Ravel Werft am Bodensee gebaut worden und 1974 dann auch im Bodensee zu Wasser gelassen. Zu den Zeiten wussten die Bootsbauer noch wie man währschafte Schiffe baut. Nicht nur gut und dauerhaft in der Konstruktion nein auch sehr schön für das Auge haben sie zu den Zeiten noch gebaut. Damals kam es noch nicht darauf an möglichst günstig etwas herzustellen sondern die Bauweise und die Wahl des Materials war massgebend. So ist unser Schiff die Magellan nicht nur sehr aufwendig sondern auch mit den besten und teuersten Materialien die es damals gab hergestellt worden. Was wir bei unserem über Jahre andauernden Umbau immer wieder zu spüren bekamen. Denn nicht nur aufwendig war die Renovation dieses Schiffe sondern zu gleich auch sehr kostspielig. Was sich jedoch absolut gelohnt hat das bekommen wir unterwegs auch immer wieder gesagt. Denn unsere „alte“ Dame macht die Sache nicht nur beim Segeltechnischen dasein sehr gut nein sie ist auch eine Augenweide für sich. So haben wir, seit wir sie in Norditalien einwasserten im Mai 2017 immer wieder Kontakte geknüpft mit verschiedenen Seglern. Und unsere Kontakte liefen sehr oft über die Magellan. Denn ein solch spezielles Schiff, was in so einem guten Zustand und sehr gepflegt da steht bekommt ein Segler nur sehr selten zu sehen.

Unsere kleine Magellan ganz gross…

Auch kommt es ab und zu mal vor das irgend wer kommt und uns unser Schiff auf der Stelle abkaufen möchte. So das letzte mal in Horta auf Faial. Da hat sich ein Amerikaner angekündigt und mich gefragt ob unser Schiff zu kaufen ist. Lächelnd habe ich abgelehnt und gesagt dieses Schmuckstück ist nur zum bewundern jedoch nicht zum verkaufen! Die Amerikaner bei denen es fast nur Plastikboote gibt flippen sowieso alle aus wenn wir mit der Magellan vorfahren. Das haben wir in der Karibik des öfteren miterlebt. Da kamen immer wieder Leute mit dem Dinghy angefahren wenn wir vor Anker lagen um genauere Informationen über unser Boot zu bekommen. Die vielen Fragen und das endlose Staunen diverser Segler hat uns immer wieder sehr erfreut. Natürlich kommen nur solche Segler die wirklich eine Ahnung von Booten, deren Herstellung und vom Material haben. Die ganzen Chartertruppen oder solche die sich gut und gerne Segler nennen kommen nicht. Was auch verständlich ist denn die haben auch keinen Plan wenn es heisst etwas zu reparieren. So haben wir mehr denn je Segelboote gesehen die so was von Renovation bedürftig sind oder günstige Boote die man heute für wenig Geld von der Stange kaufen kann.

…das geräumige Cockpit geniessen wir sehr, da sassen wir schon mit 12 Personen beim Sundowner in der Karibik und alle hatten wir Platz!!!

Der gebrauchtwahren Markt auch bei Booten ist auf der ganzen Welt verbreitet ungefähr so wie mit Autos. Denn so meint auch Tom; Boote bauen sie jeden Tag neue. Macken und Krankheiten haben sie jedoch alle ob sie gerade neu von der Werft kommen oder gebrauchte Boote sind. Zudem wenn man ein gebrauchtes Boot kauft wird einem nicht gesagt wo und was die jeweiligen Macken dieses Gefährtes sind. So haben wir ein weiteres mal diverse Geschichten von Langfahrten Segler gehört die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Die spannendsten Storys sind dann immer die wenn Leute erst bei Überfahrten wie die Atlantiküberfahrt welche Tage dauert auf die jeweiligen Macken und Probleme ihres Schiffes stossen. Da haben wir Glück, denn mit der totalen Renovation der Magellan kamen keine solche Probleme zum Vorschein. Der Autopilot welcher kaputt ging auf der ersten Atlantiküberfahrt hat dem starken Seegang nicht standgehalten. Ein neues Teil von Raymarine, das neuste vom neuen und geht kaputt. So viel zu den heutigen Produkten die hergestellt werden. Der Bolzenbruch im Mast dann bei der zweiten Überfahrt des Atlantiks war Pech. Denn wem bricht schon ein 12 mm dicker Stahl Bolzen. Ansonsten haben wir im vergleich zu anderen Schiffen ein starkes, gut gebautes Segelschiff das uns sicher von A nach B bringt. Unser Rumpf der neu mit Epoxidharz aufgebaut ist und im Bereich des Buges sogar verstärkt wurde von uns verleiht uns ein sicheres Segelgefühl. Denn bei neuen Schiffen kann kaum an der Bordwand geschlafen werden, denn jede Welle ist bei den Schiffen zu spüren. Nicht nur darum haben wir bei der Magellan die Schalen Innenseite zusätzlich isoliert und mit Holzleisten verkleidet. So ist das eintauchen des Buges oder der Bordwand in der Welle nicht zu spüren, auch nicht wenn ich direkt an der Bordwand liege. Solche und viele andere Segler sind dann immer wieder erstaunt über die Magellan. Grundsätzlich leben wir mit allem Luxus der auf so einem kleinen Boot erdenklich ist. Erstaunt sind da die Segler auch immer über die gesamte Ausstattung in unserem Schiff. Alles ist praktisch eingerichtet und auf Langfahrten ausgestattet. Darum ist es auch kein Problem interessierten Seglern, die unser Schiff gerne kaufen würden zu erklären warum dieses Schmuckstück unverkäuflich ist. So sieht die Magellan nicht nur von aussen schön und gepflegt aus, sondern hat ein absolut durchdachtes Innenleben und vor allem für Langfahrten praktisch eingerichtet.

Alles benötigt einen sicheren Platz, so auch die Kaffeetassen die beim zubereiten von Kaffee auch sicher stehen müssen…
…Teller und Schüsseln mit dicken Gummiränder…
…so hat bei uns auch alles Löcher zum aufhängen….und oder zum über Bord hängen um vor gewaschen zu werden. So sparen wir viel wertvolles Trinkwasser… 
…Löchersieb und Salatschüsseln aus Silikon welches sich gut zusammenfalten lässt und so einfacher zu verstauen ist…
…so auch unser Wasserkocher, auch der ist faltbar, kann in sich hinein gedrückt werden und wird daher sehr zum verstauen …
…oder mein Becken um das Brot zu backen. Alles muss praktisch sein!!!

So waren wir in der Karibik oft der Hingucker Nummer 1 und hier in Europa geht es im gleichen Zuge weiter. So liegen wir hier in der Marina erneut neben einem unserer zahlreichen Fans. Schon in Sao Miguel trafen wir einen Fan von unserem Schiff der täglich vorbei kam um weitere Informationen über die Magellan zu ergattern. Wiedergetroffen haben wir den Engländer dann in Portugal Lagos wo er direkt erneut ankam. Fragen über Fragen stellte und es kaum glaubte vor einem solch schönen Schiff zu stehen. Für Tom und mich sind das jeweilen sehr schöne, mittlerweile doch auch lustige Momente. Denn das die gleiche Person immer wieder erneut für unser Schiff seine gesamte Begeisterung breitschlägt ist wirklich witzig. Der Engländer konnte es nicht lassen täglich vor der Magellan zu stehen und zu staunen. Immer wieder den Kontakt zu uns zu suchen und alles wissenswerte über unser Schiff aufzunehmen als wäre er ein ausgetrockneter Schwamm der aufsaugt was geht. Wo er dann noch erfahren hat dass er für die Überfahrt von den Azoren zum Festland über zwei Tage länger als wir auf See war glaubte er es fast nicht. Und doch, wir segelten acht Tage, er zehn Einviertel Tag. So haben wir uns dann auch sehr liebevoll von ihm verabschiedet im Wissen unsere Wege trennen sich nun wirklich. So ist unsere Magellan ein Fotosujet von einigen anderen Segler geworden.
Hier nun in Spanien Rota geht es im gleichen Atemzug weiter. Unser Nachbar den wir hier haben ist so sehr überwältigt von unserem Schiff das er manchmal Minutenlang nur am staunen ist. Er kann seinen Augen nicht trauen und um noch etwas näher bei uns zu sein kam er gestern dann auch mit einer Liter Flasche Bier in der Hand angelaufen. Diese hat er uns voller Freude geschenkt und wollte sogleich nähere Informationen über die Magellan. Er ist von Rota und beschwört wir hätten das schönste Schiff überhaupt. So eine wunderbare Dame würde sonst nie hier im Hafen stehen. Ein weiteres mal haben wir einen Fan an unserer Seite dabei haben wir uns vom letzten doch gerade erst verabschiedet. Als unser neuer Nachbar sich dann noch herzlich entschuldigt dass das geschenkte Bier leider nicht eine teure Biermarke sei jedoch ein Bier aus der Region fand ich das dann nur noch liebevoll. So sind wir hier in Rota wirklich an einem freundlichen Ort, in einer schönen und sehr sauberen Marina und die Leute um uns herum haben uns freundlich aufgenommen. Jeder staunt beim vorbeigehen und grüsst uns herzhaft zu.