Portugal

Ankommen in Lagos

Das hineinfahren in die Marina von Lagos hat uns eigentlich sehr gut gefallen. Einer Flussmündung gleich geht die Fahrt hinein in das Städtchen. Zudem muss man dann noch tatsächlich unter einer Zugbrücke hindurch fahren. Segelboote welche mit Mast unterwegs sind müssen sich daher via Funk anmelden, damit die Brücke aufgeht und die Durchfahrt gewährleistet ist. Motorboote von denen es da dutzende und aber dutzende für Touristenausflügler hat können unten durchfahren ohne das die Brücke, welche nur für Fussgänger ist, hochgezogen wird. Das gigantische Treiben und überqueren der Brücke ist uns sofort aufgefallen. Denn jedes mal wenn die Brücke aufgeht warten auf beiden Seiten oft über hundert Menschen auf ein weiterkommen. Welch witziges Schauspiel das ist haben wir schon bei unserer hinein Fahrt bemerkt. Doch leider ist uns die Lust auf Lagos relativ schnell vergangen, denn unser Blick schon nach dem Festmachen der Magellan am Steg D Platznummer 17 zeigte uns nur moderne Hotelanlagen und ein Restaurant am anderen. Dazu kommen Touristen so weit das Auge reicht. Solche Bilder haben wir seit der Karibikinsel Martinique nicht mehr gesehen. Nicht einmal in der Dominikanischen Republik wozu ich sagen muss waren wir ja nicht in Punta Cana im Touristenmekka der Insel sondern in Boca Chica.
Pizza Hut. Burger King und wie die Fastfood Häuser alle heissen zieren hier die Gegend um die Marina Anlage und um den alten Hafen von Lagos. Anscheinend so haben wir es uns erzählt bekommen sei dies vor 15 Jahren noch ein alter Fischerort ohne Hotels und Marina gewesen. Was wir uns heute fast nicht vorstellen können.

Das hineinfahren zum Hafen ist abenteuerlich…
…für die Magellan wird die Zugbrücke geöffnet.

Denn nichts ist von einer Altstadt oder einem Fischerdorf zu erkennen. Im Supermarkt bekomme ich fast eine Krise, denn so viele die um die Gestelle kurven, mit prall gefüllten Einkaufswagen im Schlepp ist für mich fast unerträglich. Was jedoch aber auch damit zu tun hat dass ich restlos übermüdet bin von unserer acht tägigen Fahrt auf See. Zudem ist Sonntag als wir zum einkaufen in dem riesen Laden stehen. Der Boden unter meinen Füssen ist nach wie vor am schwanken, so wie ich es kenne nach ein paar Tagen auf See. Da fühle ich mich auf der Magellan, die ja auch ruhig steht da wir in der Marina am Steg festgezurrt sind schon wohler. Und bei einer solchen Menschenmasse die sich um das Einkaufen tut habe ich meinen eigenen Einkaufsplan definitiv verloren. Nur das nötigste organisieren und so rasch als möglich dieses Einkaufszentrum wieder verlassen, so meine Devise. Brot, Butter, Coca Cola, Eis Tee, Bier, Eier und ein original Emmentaler Käse, mehr haben wir nicht mitgenommen und schon haben wir das Geschäft blitzartig wieder verlassen.
Beim anschliessenden Essen im nächsten Restaurant ist es uns nicht besser ergangen. Die vielen Menschen, die laute Musik, alles ist uns im Augenblick zu viel. Da kommen wir zum staunen nicht heraus und ertragen das hektische Leben kaum. Wir kommen uns vor wie Wespen die im falschen Nest gelandet sind.
Also haben wir nach unserem Essen so gleich bezahlt und uns auf die ruhige Steg Anlage wo unsere Magellan auf uns wartet zurückgezogen um uns zu erholen. Erholung wegen der letzten Tage und auch Erholung von dem soeben erlebten Menschenstress der uns gerade Wiederfahren ist. So legt sich Tom in sein Bett und nur wenige Sekunden später schläft er für den Rest des Tages. Ich hingegen mache es mir im Cockpit gemütlich. Geniesse die Wärme von der ich in den letzten Tagen auf hoher See für meinen Begriff definitiv zu wenig hatte. Nehme mein Handy zur Hand und Kontakte endlich ein mal wieder mit meinen liebsten zu Hause. Natürlich melde ich mich auch bei verschiedenen Segler die ich unterwegs kennengelernt habe. Denn es ist immer spannend zu erfahren wo die sich momentan aufhalten und was sie alles so erlebt haben in der letzten Zeit. Meist geht es da jedoch um den Austausch über’s Schiff und die Crew, ob alles noch ganz ist und alle gesund sind. So geht der erste Tag zurück auf dem Festland von Europa dem Ende entgegen. Der Gedanke löst bei mir ein ganz spezielles Gefühl aus, denn jetzt sind wir weg von dem Inselleben das wir über die letzten Monate hatten und melden uns zurück auf dem Festland.