Azoren

ADA REBIKOFF und LULA 1000

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Sachen gibt es die gibt es fast nicht. Ist das Glück oder einfach nur ein Zufall. Da sind wir in Horta im Hafen und reparieren an unserem Mast der Magellan herum. Tom werkelt vor sich hin und ich biete ihm bei Bedarf Hand an. Nebenbei arbeite ich an meinem Gemälde auf der Mole, wasche die Kleider als wir die Familie Jakobsen kennenlernen. Sie arbeiten mit einem Katamaran mit dem Namen ADA REBIKOFF. Zusätzlich befindet sich in dem Schiff ein U-Boot welches auf den Namen LULA 1000 getauft ist. Die Zahl 1000 steht für die Tiefe die dieses U-Boot machen kann, also 1000 Meter tief kann es tauchen. Was für meine Verhältnisse nicht nur tief sondern extrem tief erscheint. Denn wenn ich mit meiner Taucherausrüstung auf 30 bis 40 Metern Tiefe tauche finde ich das schon sehr weit unten und ganz schön tief.
Die LULA 1000 jedoch ist für die Tiefsee gebaut und bringt Daten und Bilder aus noch unerforschten Teilen der Welt. Sie taucht oft an Orten und misst die Tiefenstrukturen aus wo noch kein Mensch vorher war. Was mich nicht sehr fasziniert, Tom jedoch hin und weg ist von dieser Art der Taucherei. Mit dem Mutterschiff ADA REBIKOFF, welches einer Stiftung und dem Staat Portugal untersteht und der LULU 1000 werden demnach diverse Tauchgänge gemacht. Tiefsee, ein Ort an dem man nicht einfach so hin kommt ist für mich schon fast zu vergleichen mit einem Ausflug zum Mond. Doch für Meeresbiologen und Forscher ist diese Art der Arbeit ein wichtiger Bestandteil um mehr über das Leben in der Tiefe der Meere zu erfahren. Tiere die noch kein Mensch lebend gesehen oder sogar gefilmt hat werden gesucht. Wasserproben werden genommen oder je nach dem sogar diverse Lebewesen wie Schwämme, Einzeller, Austern, Riesencalamares und was sonst noch alles in abartigen Tiefen vorkommt entdeckt und erforscht. Die LULA 1000 ist das einzige U-Boot Weltweit die einer solcher Arbeit nachgeht und nicht für Touristen sondern ausschliesslich zu Forschungszwecken in die Tiefe abtaucht.
Das stetige auf der Suche sein nach Lebewesen die noch nicht entdeckt worden sind erscheint mir schon fast eine suchtartige Beschäftigung zu sein, denn im Leben der Familie Jakobsen geht es ausschliesslich um das betauchen der Tiefsee. Ein gutes Team geben die Beiden ab wenn sie alleine oder in Begleitung von Forschern oder Biologen abtauchen. Damit sie jedoch unter Wasser einen guten Job machen können benötigen die Beiden auch ein gutes Team auf dem Mutterschiff der ADA REBIKOFF. Denn ohne ein gutes Team ist jede Arbeit schwierig. Tom und ich wurden von Kirsten und Joachim gefragt ob wir Lust und Zeit hätten ein Teil ihres Team’s zu werden. Sie benötigen grundsätzlich drei Leute die mechanisch und handwerklich gute Fähigkeiten mitbringen, das Mutterschiff fahren können um immer die richtige Position zum U-Boot zu halten, zudem mit dem Dinghyfahren eine gute Handhabung hätten und zusätzlich die Unternavigation der LULA 1000 überwachen können. So ein Angebot was zusätzlich ein weiteres Abenteuer für uns bedeutet können wir natürlich fast nicht abschlagen. 

Das Mutterschiff die ADA REBIKOFF
Die Werkstatt in der ADA
LULA 1000 eingedockt in der ADA REBIKOFF
LULA 1000 kurz vor dem Abtauchen
Das manövrieren mit dem Dinghy um Personen auf oder vom U-Boot zu holen ist meine Aufgabe
Tom manövriert die ADA einwandfrei…
…und ich habe die Unterwassernavigation stets im Auge.

Nun sind wir mittlerweile seit 14 Tagen im Team der Stiftung REBIKOFF dabei. Haben schon einiges gesehen und einige Tauchgänge der LULA 1000 überwacht, jedoch auch lange Arbeitstage hinter uns. Komplex ist die ganze Taucherei und zusätzlich eine faszinierende Sache. Trotzdem haben sich Tom und ich entschieden ende Monat die Segel wieder zu setzen und uns auf den nächsten Schlag mit der Magellan auf die Weiterreise zu begeben.