Bin zu Hause

11’000 Seemeilen später

11’000 Seemeilen oder 20’372 Kilometer weit sind Tom und ich mit der Magellan gesegelt. Nun in Südspanien ist die Reise momentan für mich zu Ende. Ich verlasse das Schiff und fliege zurück in die Schweiz wo ein weiteres mal Freunde, meine Familie und meinen Job auf dem Friedhof auf mich warten. Tom der Käpten wird als Einhand Segler alleine via Balearen, Sardinien, Sizilien, Süditalien, Kroatien zurück nach Ligniano segeln. Dort werde ich ihn dann, zusammen mit einigen Utensilien wie zum Beispiel die Schiffsdecke um die Magellan geschützt über Winter auf dem trockenen stehen zu lassen in Empfang nehmen. 

11’000 Seemeilen und das meiste davon auf dem Atlantik ist schon eine verrückt weite Strecke. So habe ich dutzende von tollen Erlebnissen, einige Adrenalin Stösse, schöne und doch auch verrückte Sachen erlebt. Viele Segler haben wir kennengelernt und noch viel mehr Geschichten und Erzählungen mitgenommen. Die Schönheiten verschiedener Inseln und Buchten gesehen doch auch diverse verrückte Storys von Überfällen bis hin zum Todschlag gehört. Natürlich auch sehr liebevolle Momente mit Menschen die viele Abenteuer mit sich bringen kennengelernt. Die letzten Monate in meinem Leben gehören zu den abenteuerlichsten jedoch auch strengsten in meinem Leben. War es nicht immer nur easy über Tage auf dem offenen Meer zu sein. Sich von den Launen des Wetters, der Welle, der Strömung und des jeweiligen Seegangs in den „Hintern“ treten zu lassen. Nie genau zu wissen was die kommenden Tage alles noch mit sich bringen und uns immer wieder auf das Neue überraschen zu lassen. Die vielen tollen Augenblicke mit den verschiedenen Sorten von Delfinen, grossen Schildkröten mit denen wir badeten oder auch die Tauchgänge in der Karibik die uns eine ganz eigene Tierwelt zeigte möchte ich nicht missen und bleiben mir bestimmt in ewiger Erinnerung. Momente in denen wir das Gefühl hatten die Welt sei absolut in Ordnung lagen oft unmittelbar neben den mit Müll verschmutzten Stränden. Wir hatten nicht nur immer ein offenes Ohr für andere sondern auch die Augen offen und so doch einiges mitbekommen, auch Sachen die Mensch grundsätzlich nicht gerne sehen möchten. So sahen wir Menschen die freundlich auf uns zu kamen um uns mit ihrer fremden Mentalität willkommen zu heissen und mussten oft im selben Augenblick auf uns und unsere Sachen gut acht geben, denn etliche wollen dass was wir mit uns bringen. So waren die Gegensätze die ich in den letzten Monaten erlebt habe in deutsch gesagt oft einfach krass. Zugleich bin ich sehr stolz auf das was wir gemacht und erlebt haben. So war es jedes mal ein absolut gutes Gefühl die nächste Ankerbucht oder die nächste Marina sicher erreicht zu haben. Vor allem nach längerer Zeit auf See. Mit der Müdigkeit im ganzen Körper sich auf eine Ruhepause in einer sicheren Abdeckung einer Insel ausruhen zu können und die hinter uns gelegte Strecke noch mal Revue passieren zu lassen war jedes einmalig. Das gelernte auf jeder nächsten Strecke einsetzen zu können war das nächste gute Gefühl und zu lernen gab es trotz Käpten Tom’s langjähriger Segelerfahrung immer wieder einiges.
Nicht zu vergessen sind für mich die unzähligen Male die ich vor einem weiteren Schlag oben auf dem Mast war um alles genauestens zu kontrollieren. Die etlichen Male die wir unsere Magellan erneut mit Essen ausrüsteten um eine längere Zeit unterwegs sein zu können. Die vielen Stunden die wir des Wetter wegen warten mussten und nicht zu vergessen, noch mehr Stunden die wir Wetter beobachteten. Mit dem I-Pad und dem Laptop Wetterdaten herunterladen und studieren, dass jeweilen über Tage um den Augenblick abzuwarten damit wir den Richtigen Moment um auszulaufen erwischen und die Tage auf See nicht zum totalen Wetterdesaster werden. Auch diese Arbeit hat uns die letzten Monate täglich beschäftigt. Entscheidungen mussten wir fällen, Plan A und Plan B immer und jederzeit mit bei uns haben. So haben wir uns trotz einiger Schwierigkeiten den Atlantik-Tripp so angenehm wie möglich gemacht. Und wenn mir heute noch einmal jemand sagt das segeln die unbequemste und teuerste Weise ist um um die Welt zu kommen so hätte ich da mittlerweile doch einige Einwände. Denn dazu braucht es noch etliches an Mut, Durchhaltewillen, Toleranz, körperliches Fit sein, kreatives Denken und eben immer Plan A und Plan B mit sich zu führen. 

Bedanken möchte ich mich auch bei meinen vielen Leser der Web-Site Magellan-unterwegs, denn es hat mir immer wieder gut getan meine erlebten Sachen zu schreiben und zu wissen es gibt Leser die sich meiner Geschichten erfreuen. Gerade in den Momenten wo das nächste Ufer auf sich warten liess und wir über Tage kein Land sichteten da fühlte ich mich durch meine Schreiberei nie alleine und bekam oft das Gefühl viele gute Menschen, trotz der momentanen Einsamkeit um mich zu haben. Es war toll für mich, immer wieder ganz offenherzig über meine Erlebnisse zu schreiben und meinen Gedanken freien Lauf lassen zu können. Ohne euch hätte ich bestimmt die eine oder andere Stunde nicht ganz so einfach gemeistert. Es war immer wieder ein tolles Gefühl in der endlosen Einsamkeit nicht alleine zu sein. Danke!!!

Ob und wann es wieder eine längere Reise mit der Magellan gibt kann ich noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Doch wenn Tom in Norditalien ankommt und unser Schiff aus dem Wasser ins Trockene gestellt wird so stehen doch einige Wartungsarbeiten an. Ein weiteres mal wird sich Tom dann um einige Arbeiten am Schiff tun müssen. Obschon die Magellan sich hervorragend gemacht hat auf all unseren Fahrten. Ein wunderbares Schiff das uns viel Freude und Sicherheit gab und uns nicht ein mal im Stich gelassen hat. Ausser dem Mallör mit dem Bolzenbruch im Mast, doch da konnte die Magellan ja nichts dafür!!! 

 

…Kroatien auf der Suche nach Winnetou…
…einkaufen und bunkern der Esswaren eine stetige Herausforderung…
…Mensch und Tier fühlen sich sichtlich wohl, in Gibraltar auf dem Affenfelsen…
…nach dem verlassen des Mittelmeers wurde es erst ein mal so richtig kalt und ungemütlich…
…25. Dezember…mitten auf dem Atlantik…
…Mitten auf dem Atlantik, Unwetter und Squall’s konnten wir gut auf dem Radar entdecken und bei Möglichkeit eine Kursänderung vornehmen…
…Kochen und wenn es auch nur Spiegeleier sind gehört zur Herausforderung bei jedem Seegang, denn ein Sicherer Halt ist ein muss…
…kaputter Autopilot, so mussten wir 16 Tage von Hand steuern. Die Übermüdung war grenzenlos, vielleicht wirkt eine „Flädlisuppe“ Wunder…
…dazu kommt der enorme Seegang und die oft mühsame Welle…
…auch die Magellan muss arbeiten was geht…
…manchmal war ich nicht nur Crew…
…auch der WC gang war nur zu oft anstrengend und ohne mich zu verkeilen ein Ding der Unmöglichkeit…
…Körperpflege, auch so eine Sache…
…und endlich haben wir Grenada „Le Phare Bleu“ nach 22 Tagen Überfahrt müde und glücklich erreicht…
…Mensch wie Tier sind in der Karibik Exoten…
…Feste feiern auf Grenada…
…unsere Schweizer Fahne habe ich einige male flicken müssen, Wind und Sonne machen alles kaputt…
…tauchen in der Karibik…
…auch in der Marina muss hie und da getaucht werden, irgend wer hat bestimmt was verloren und muss hochgetaucht werden…
…Bilder wie man sie nicht gerne sieht, leider jedoch nur all zu oft, so sind die kleinen Antillen voll mit Hurrikan Schäden oder sonstigen alten Schiffen…
…Müll stapelt sich an den schönsten Orten der Welt…
…unaufhaltsam…
…an gesäuberten Stränden lässt es sich jedoch gut leben, ein Strandabend mit Olivia…
…Früchte die uns Tag täglich das Leben versüssen…
…und die diversen Inseln zu erkunden war auch immer spannend…
…leider hat hier Mensch zu Tier nicht immer ein gutes Verhältnis, so wird aus allem Geld gemacht und die Ressourcen der Welt schamlos ausgenutzt, vor allem für uns Touristen…
… die Karibik zu verlassen heisst auch von vielen lieben Menschen abschied zu nehmen…
…das Wetter, ein ständiges Thema…
…da braucht auch ein Käpten mal Erholung…
…Delfine in verschiedenen Sorten haben uns fast Täglich viel Freude bereitet…
…fischen gehört zum normalen Speiseplan eines Seglers, sofern einer beisst…
…fischen heisst auch immer viel Blut, besser ist es daher den Fisch ausserhalb des Schiffes zu töten…
…wie auch das hinauf gehen in den Mast um etwas zu arbeiten oder auch nur um eine Kontrolle durch zu führen…
…Tom im Mast mitten auf dem Atlantik, „notfallmässige“ Reparatur nachdem uns der Bolze gebrochen ist und die Unterwanten auf Deck lagen.!!!
…der gebrochene Bolze…
…7 Mal mussten wir mitten im Atlantik bei nicht wenig Seegang auf den Mast um ihn neu zu Stabilisieren. Was mit dem Grillhalter gut funktioniert hat…
…die Pottwale bei den Azoren…
…kaum haben wir das Festland von Portugal erreicht mussten wir uns wieder mit Fliegen und Mücken auseinander setzten…

Dass sind nur ein paar wenige Erinnerungen unserer Reise, wobei es noch viele andere gäbe…

…und hatten wir zu viel Zeit und mussten wir warten weil das Wetter nicht das machte was wir gerade wollten so stellten wir Steine um uns die Zeit zu vertreiben…

Liebe Grüsse und bleibt gesund Claudia als Magellan-Crew und Käpten Tom.